Neue Quartiere in Berlin: Stadtentwicklung und Grundwasserschutz – wie gehen sie Hand in Hand?
24. März 2026
Das Grundwasser unter der Stadt ist ein lebendiges Ökosystem. Es stellt den Lebensraum für bislang kaum erforschte, seltene Lebewesen dar, die es zu bewahren gilt. Mit ihnen und durch ihr Zusammenwirken erfüllt das Grundwasser zudem eine Vielzahl wertvoller Ökosystemleistungen, welche einer vorausschauenden, thermisch- und ökologisch-nachhaltigen Bewirtschaftung bedürfen, um sie langfristig zu erhalten.
Auf der anderen Seite entwickeln sich Großstädte stetig weiter: Es wird Wohnraum benötigt und mit ihm – auch ein Zuwachs an städtischer Infrastruktur. Wenn die Stadt wächst, erfordert dies verschiedene Eingriffe in den Untergrund. Wie wird hierbei der vorsorgende Grundwasserschutz berücksichtigt? – Interessierte Bürger*innen und Grundwasserpat*innen kamen am 24.3.2026 mit Fachleuten aus dem CHARMANT-Forschungsverbund, der Berliner Landesarbeitsgemeinschaft Naturschutz (BLN) e.V. sowie dem Planungsbüro Fugmann Janotta Partner PartG mbB zusammen, um gemeinsam zu diskutieren:
- Wie können Stadtentwicklung und vorsorgender Grundwasserschutz Hand in Hand gehen – partizipativ und ökologisch-verträglich?
- Wie wird das Grundwasser bei der Planung neuer Stadtquartiere berücksichtigt und welche Rolle spielt es bei der Beteiligung der Öffentlichkeit?
- Welche Informationen brauchen interessierte Bürger*innen in Bezug auf den vorsorgenden Grundwasser-(Ökosystem-)Schutz von Seiten der involvierten Behörden und Planungsbüros, um bei Beteiligungsveranstaltungen eine informierte Rückmeldung zu einem neuen Projektvorhaben zu geben?
Zu der Veranstaltung hatte der BUND Berlin im Rahmen des Verbundprojektes CHARMANT „Charakterisierung, Bewertung und Management von urbanen Grundwasserleitern“ in Zusammenarbeit mit Projektpartnern aus dem Institut für Raumordnung und Entwicklungsplanung (Universität Stuttgart) und dem Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung e. V. eingeladen. Auf Grundlage von Fachvorträgen und aktuellen Ergebnissen aus CHARMANT analysierten die Veranstaltungsgäste exemplarisch das Fallbeispiel des Struktur- und Nutzungskonzeptes „Dreieck Späthsfelde“ und betrachteten es aus der Perspektive des Grundwassers. Gemeinsam erarbeiteten sie eine Sammlung von Empfehlungen und wünschenswerten Ergänzungen für zukünftige Beteiligungsveranstaltungen, um hierbei gezielt über die Belange des vorsorgenden Grundwasserschutzes zu informieren, diese partizipativ und ökologisch-nachhaltig zu berücksichtigen und eine informierte Rückmeldung von Seiten der Öffentlichkeit zu ermöglichen.
Wir danken allen Mitwirkenden für Ihre Beiträge, unseren Gästen für die lebhafte und engagierte Diskussion und dem Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt für die Förderung der Veranstaltung.
Ein paar Foto-Eindrücke, die Dateien der Fachvorträge sowie eine Übersicht der Ergebnisse gibt es hier